﻿{"id":721,"date":"2012-01-26T17:36:42","date_gmt":"2012-01-26T15:36:42","guid":{"rendered":"http:\/\/generation-luzifer.de\/?p=721"},"modified":"2012-04-18T18:59:17","modified_gmt":"2012-04-18T17:59:17","slug":"interview-mit-kein-zwanni-fusball-muss-bezahlbar-sein","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.generation-luzifer.de\/?p=721","title":{"rendered":"Interview mit &#8222;Kein Zwanni&#8220; &#8211; Fu\u00dfball muss bezahlbar sein!"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft\" title=\"Kein Zwanni\" src=\"http:\/\/generation-luzifer.de\/wp-content\/uploads\/2012\/04\/keinzwannifuernensteher.jpg\" alt=\"\" width=\"189\" height=\"190\" \/><em>Mit der Initiative \u201eKein Zwanni f\u00fcr nen Steher\u201c hat sich in Deutschland erstmals eine Kampagne gegr\u00fcndet, deren Ziel es ist, sich f\u00fcr sozial vertr\u00e4gliche Eintrittspreise einzusetzen. Wir f\u00fchrten mit \u201eKein Zwanni\u201c ein interessantes Interview, was eigentlich seit der Gr\u00fcndung der Kampagne so alles geschah.<\/em><\/p>\n<p><strong>\u201eDiese Aktion wird kurzfristig anl\u00e4sslich der Preisgestaltung des Derbys am 19.9. [2010] durch die Gelbe Wand ins Leben gerufen. Eine Erh\u00f6hung von \u00fcber 50 Prozent im Vergleich zum Vorjahr l\u00e4sst die Preise f\u00fcr einen Stehplatz auf 20 Euro und f\u00fcr Sitzpl\u00e4tze im Schnitt auf etwa 50 Euro steigen [\u2026] Wir sehen hier und anderswo einen Versuch, \u00fcber Topspiele und Derbys ein signifikant h\u00f6heres Preisniveau zu etablieren\u201c findet man als Hintergrund bei einem Klick auf die Homepage \u201e<a title=\"Kein Zwanni\" href=\"http:\/\/www.kein-zwanni.de\" target=\"_blank\">www.kein-zwanni.de<\/a>\u201c. Wie ist die Kampagne nach diesem kurzfristigen Start inzwischen aufgestellt?<\/strong><\/p>\n<p>Lasst es uns so sagen: Wir sollten mal dringend die Homepage \u00fcberarbeiten. Das ist nicht mehr ganz der letzte Stand. Aber wir hatten in letzter Zeit so viel um die Ohren, dass das leider hinten runtergefallen ist. Wir sind mit der Kampagne inzwischen viel weiter als auf der Homepage beschrieben.<!--more--> Es sind andere Fanszenen im Boot, wie z.B. K\u00f6ln, M\u00fcnchen, Hamburg oder Berlin. Die meisten Aktionen gehen dabei leider immer noch von Dortmund aus, was daran liegt, dass wir nach anderthalb Jahren in Dortmund eine hohe Akzeptanz des Themas haben. \u201eKein Zwanni\u201c wird von einer breiten Masse getragen, weil es mit ein paar Ausnahmen allen einleuchtet, dass bezahlbare Preise die Grundlage von allem sind.<\/p>\n<p><strong>\u201eFu\u00dfball als Volkssport erhalten.\u201c, \u201eFu\u00dfball muss bezahlbar sein\u201c, diese und weitere Slogans kennen viele Stadionbesucher inzwischen, aber was genau verbirgt sich eigentlich dahinter?<br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p>Fu\u00dfball ist ein Sport, der von der breiten Masse getragen wird. Und der erst durch die breite Masse gro\u00df geworden ist. Millionen Menschen in Deutschland betreiben Fu\u00dfball, zigtausend Menschen gehen Woche f\u00fcr Woche los, um den Sport zu dem zu machen, was er ist. Dabei ist es eigentlich auch egal, ob das der Platzwart vom SC Siegelbach ist oder der Fan in der Kurve. Beide geben ihre Freizeit, um sie f\u00fcr den Verein aufzubringen und wollen eben mehr als konsumieren. Dabei ist der Sport das letze gesellschaftliche Element bei dem ein Maurer und ein Philosophieprofessor sofort einen Ankn\u00fcpfungspunkt haben und \u00fcber etwas reden k\u00f6nnen. Wenn wir anfangen Teile der Gesellschaft aus dem Stadion zu treiben &#8211; weil die sich das nicht mehr leisten k\u00f6nnen &#8211; dann wird diese letzte gesamtgesellschaftliche Br\u00fccke eingerissen. Das darf nicht passieren. Und die Vereine sollten auch ein Interesse daran haben, dass die jungen Fans nicht aus dem Stadion getrieben werden. Denn diese tragen den Verein. Was passiert, wenn die jungen Fans sich nicht mehr leisten ins Stadion zu geht, kann man ja in England zu Gen\u00fcge beobachten. Fan wird man als junger Mensch. Man genie\u00dft die Atmosph\u00e4re im Stadion, schaut auf die Kurve und sagt \u201eDa will ich mal hin\u201c. Doof nur, wenn man da nicht hinschauen kann, weil Papa leider kein Geld f\u00fcr die Karten hatte.<\/p>\n<p><strong>Spruchb\u00e4nder alleine ver\u00e4ndern nicht die Welt. \u201e\u00dcber die Spruchb\u00e4nder hinaus\u201c lautete ein passender Text dazu in unserem Fanzine \u201eDer WegbeGLeiter\u201c. Um diese Ziele zu verwirklichen ist ein Mitspracherecht im Verein bzw. zumindest ein reger Austausch mit Selbigem wohl unabdingbar, so wie es einige Szenen inzwischen bei ihnen betreffende Themen, so auch hier in Kaiserslautern, besitzen &#8211; oder?<\/strong><\/p>\n<p>Aktiv am Vereinsleben teilzunehmen sollte die Grundvoraussetzung jedes Fans sein, v\u00f6llig egal, ob der sich als Ultra definiert oder nicht. Wenn wir wollen, dass Fehlentwicklungen zur\u00fcckgefahren werden und die Fans Geh\u00f6r finden, dann muss man sich auch auf Gespr\u00e4che \u2013 und Konflikte \u2013 mit dem Verein einlassen. Das kann unfassbar nervig sein, ist aber alternativlos. Ob man sich dabei in Vereinsgliederungen engagiert oder lieber unabh\u00e4ngig ist, h\u00e4ngt dabei vom Verst\u00e4ndnis des Einzelnen oder der Gruppe ab.<\/p>\n<p><strong><br \/>\nGerade erst haben Fans aus Dortmund wieder ein Zeichen gegen zu hohe Eintrittspreise gesetzt und sind ihrem Verein zwar zum Spiel gegen den Hamburger Sport-Verein e.V. gefolgt, haben das Spiel aber nur vor dem Stadion im Radio verfolgt. Fanden in den Wochen vor dem Spiel Versuche statt, den HSV zu einer Verg\u00fcnstigung zu bewegen? Und wie ist euer Fazit vom neuerlichen Protest?<\/strong><br \/>\nDie Gespr\u00e4che mit dem HSV gab es schon im Sommer. Wir hatten ja vom Boykott in der letzten Saison abgesehen, weil der HSV uns ein Gespr\u00e4chsangebot unterbreitet hatte. Dabei wurde von Seiten des HSV auch die Kategorie A+ abgeschafft. Allerdings nur f\u00fcr die Stehpl\u00e4tze, so dass die Fans des FC Bayern \u2013 die in dieser Saison die einzigen sind, die das betrifft \u2013 immerhin auch \u201enur\u201c 19\u20ac f\u00fcr einen Stehplatz zahlen m\u00fcssen, daf\u00fcr die Preise aber bis 95\u20ac raufgehen, wenn es um Sitzpl\u00e4tze geht. Die BVB Fans sollten 19 bis 84 Euro zahlen. Diese Preisstruktur war f\u00fcr uns nicht hinnehmbar. Aber es gab keine Verhandlungen mehr. Die Aktion hat ein gigantisches mediales Echo hervorgerufen. In jedem Spielbericht \u2013 bis hin zu den Tagesthemen \u2013 wurde \u00fcber die Aktion gesprochen. Sogar ins Morgenmagazin wurde ein Vertreter von uns eingeladen. Ca 800 Fans standen vor dem Stadion im Regen und der G\u00e4steblock war nicht ausverkauft. Niemand h\u00e4tte mit so einem Erfolg gerechnet. Wir werden nun bei Gelegenheit wieder mit dem HSV Kontakt aufnehmen und die n\u00e4chsten Schritte besprechen.<\/p>\n<p><strong>Vom oben erw\u00e4hnten, ersten boykottierten Derby auf Schalke im September 2010 bis heute \u2013 Wie f\u00e4llt euer Fazit der Kampagne aus und was w\u00fcrdet ihr euch f\u00fcr die Zukunft in Bezug auf Kein Zwanni w\u00fcnschen?<\/strong><br \/>\n\u201eKein Zwanni \u2013 Fu\u00dfball muss bezahlbar sein\u201c hat in der K\u00fcrze der Zeit gigantisch viel erreicht. Darauf gilt es jetzt aufzubauen. Wobei die Kampagne leider immer noch viel zu sehr auf die Stehpl\u00e4tze reduziert wird. Dabei geht es genauso um Sitzplatzpreise. Wichtig ist, dass sich nun anderen Szenen der Kampagne anschlie\u00dfen. Wobei es elementar ist, dass man begreift, dass alle Fans im selben Boot sitzen. Hohe Preise betreffen alle Fans, egal, ob die Sitzplatzbesucher, klassische Kurveng\u00e4nger oder Ultras sind. Wenn wir es nicht schaffen die Preise in Deutschland stabil zu halten ist der Sport in Deutschland bald mausetot.<\/p>\n<p><strong>Vielen Dank f\u00fcr das Gespr\u00e4ch!<\/strong><\/p>\n<p><strong><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone\" title=\"Kein zwanni\" src=\"http:\/\/h9.abload.de\/img\/bvb-hsv67aay.png\" alt=\"\" width=\"699\" height=\"212\" \/><br \/>\n<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit der Initiative \u201eKein Zwanni f\u00fcr nen Steher\u201c hat sich in Deutschland erstmals eine Kampagne gegr\u00fcndet, deren Ziel es ist, sich f\u00fcr sozial vertr\u00e4gliche Eintrittspreise einzusetzen. 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