﻿{"id":3193,"date":"2015-02-25T23:24:05","date_gmt":"2015-02-25T22:24:05","guid":{"rendered":"http:\/\/generation-luzifer.de\/?p=3193"},"modified":"2015-02-25T23:24:05","modified_gmt":"2015-02-25T22:24:05","slug":"profans-warnt-vor-schnellschussen-und-populismus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.generation-luzifer.de\/?p=3193","title":{"rendered":"ProFans warnt vor Schnellsch\u00fcssen und Populismus"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/generation-luzifer.de\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/profans_logo.gif\" style=\"display: block;margin: 0px auto;\" alt=\"ProFans\" \/><\/p>\n<p>Das B\u00fcndnis ProFans reagiert mit Befremden auf die Art und Weise des Umgangs mit den Vorkommnissen des letzten Spieltags.<\/p>\n<p>Auch wenn es immer wieder Vorf\u00e4lle gibt, die nicht gutzuhei\u00dfen sind, so w\u00e4re es fatal, wenn es in deren Folge zu unbedachten Schnellsch\u00fcssen von Vereinen oder Verb\u00e4nden k\u00e4me. \u201eDie Anfang dieser Woche \u00f6ffentlich vorgebrachten Vorschl\u00e4ge von Hendrik Gro\u00dfe Lefert und auch von Andreas Rettig bieten weder mittelfristig noch langfristig eine L\u00f6sung im Sinne des Fu\u00dfballs\u201c, so Gabriele Mateika von ProFans. Der Vorschlag, Tickets zu personalisieren, steigert vor allem den Verwaltungsaufwand, ohne der Sicherheit wirklich zutr\u00e4glich zu sein. Beispiele aus den europ\u00e4ischen Nachbarl\u00e4ndern zeigen deutlich auf, dass personalisierte Tickets vor allem die Besucherzahlen senken, ohne aber einen Zugewinn an Sicherheit im Stadion zu erbringen.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Die lauten Gedanken dar\u00fcber, Ausw\u00e4rtsfahrten von Fans g\u00e4nzlich zu unterbinden, sind eine groteske Wiederspiegelung hysterischer Allmachtsfantasien. \u201eDrei\u00dfig Leute laufen aufs Spielfeld, es ist der erste derartige Vorfall in der Saison und es sind ein halbes Prozent der bei dem Spiel anwesenden G\u00e4stefans. Und deshalb sollen k\u00fcnftig alle ausgeschlossen werden? Das ist, als wollte man eine Stadtb\u00fccherei schlie\u00dfen, weil ein halbes Prozent der Benutzer die ausgeliehenen B\u00fccher manchmal nicht zur\u00fcckbringt\u201c, kommentiert Sig Zelt von ProFans und bringt die Position des Fanb\u00fcndnisses auf den Punkt: \u201eEs w\u00e4re ein Schlag gegen die Fankultur und auch gegen die Stimmung in den Stadien, ganz abgesehen davon, dass ein solches Verbot kaum durchsetzbar w\u00e4re und die Trennung der Fanbl\u00f6cke in den Stadien unterliefe, wie es Beispiele in der Vergangenheit gezeigt haben.\u201c Gabriele Mateika erg\u00e4nzt: \u201eKollektivstrafen werden von der gro\u00dfen Masse als ungerecht empfunden und vertiefen noch die Gr\u00e4ben zwischen Verb\u00e4nden, Vereinen und Kurven.\u201c<\/p>\n<p>ProFans mahnt hier ein Umdenken an. Einen positiven Einfluss von Gruppen auf ihre Mitglieder erreicht man nicht dadurch, dass man ganze Gruppen unter das Damoklesschwert ihrer kollektiven Verbannung stellt. Hilfreicher w\u00e4re es, wenn die Vereine ihre sozialp\u00e4dagogische Arbeit weiter intensivierten und auch die benachteiligende Diskriminierung von G\u00e4stefans aufh\u00f6rte.<\/p>\n<p>Schon aus der Wortwahl einiger Medien und Offizieller in den letzten Tagen spricht v\u00f6llige Abwesenheit von Sachlichkeit und Vernunft. W\u00e4hrend Fans immer wieder wegen ihrer derben \u201eKurvensprache\u201c kritisiert und teilweise sogar sanktioniert werden, sehen sie sich gleichzeitig selbst als \u201ewilde Tiere\u201c bezeichnet und als \u201ehirnlos\u201c diskreditiert.<\/p>\n<p>ProFans steht f\u00fcr einen konstruktiven Dialog zwischen Fans und Vereinen. Dass eine sinnvolle Zusammenarbeit von Vereinen und Fans ein gewisses Vertrauen ben\u00f6tigt und dieses durch strafbare Vergehen von Fans sehr ersch\u00fcttert wird, steht au\u00dfer Frage. Wenn jedoch auf der einen Seite Vereine gerade jene Fans vom Dialog ausschlie\u00dfen, mit denen es schwierigere Fragen zu kl\u00e4ren gibt und gleichzeitig die Fans zum Teil auf \u00fcble Art und Weise \u00f6ffentlich beleidigen, sind die Chancen f\u00fcr einen konstruktiven Dialog von vornherein verbaut. Vielmehr wird auf diese Weise einer weiteren Radikalisierung von ausgeschlossenen Fans Vorschub geleistet. \u201eDie vorgeschlagenen und zum Teil bereits umgesetzten Ma\u00dfnahmen nach dem Derby in M\u00f6nchengladbach nehmen eine Gruppe aus dem Blickfeld der Fernsehkameras, l\u00f6sen aber keine Probleme, sondern verlagern diese nur auf andere Bereiche\u201c, stellt Alex Schulz von ProFans fest. Gerade Fans, mit denen es Probleme gibt, sollten vielmehr nach M\u00f6glichkeit st\u00e4rker eingebunden werden in den Dialog und in verantwortliche Aufgaben der Fanarbeit.<\/p>\n<p>Auch nach Vorkommnissen, die ProFans weder unterst\u00fctzt, noch verharmlosen will, ist ein sachlicher Umgang geboten. Zu glauben, jegliche St\u00f6rung eines Spieles lie\u00dfe sich f\u00fcr alle Zukunft verhindern, ist einfach illusion\u00e4r. Wie Werner Spinner in der S\u00fcddeutschen Zeitung anmerkt, geh\u00f6ren zum Dialog auch R\u00fcckschl\u00e4ge. ProFans stellt dazu fest, dass Verb\u00e4nde und Vereine sich selbst oftmals kontraproduktiv verhalten haben, indem sie den Fans immer wieder Entscheidungen zugemutet haben, die innerhalb der Fanszenen als massive R\u00fcckschl\u00e4ge und Vertrauensbr\u00fcche bewertet wurden. Dadurch wurden besonnene Kr\u00e4fte in den Szenen oft geschw\u00e4cht, statt gest\u00e4rkt. \u201eGerade in den Gespr\u00e4chen mit den Verb\u00e4nden hatten wir das Gef\u00fchl, dass dort ein Umdenken stattfindet und Probleme erst analysiert und aufgearbeitet werden, bevor man \u00f6ffentlich Ma\u00dfnahmen vorschl\u00e4gt\u201c, so Alex Schulz von ProFans. \u201eLeider wurde dieser Eindruck durch die Aussagen von Hendrik Gro\u00dfe Lefert widerlegt.\u201c<\/p>\n<p>ProFans-Sprecher Jakob Falk stellt abschlie\u00dfend fest: \u201eEs ist seit Jahren das Gleiche. Zu ruhigen Zeiten signalisieren alle Verantwortlichen Gespr\u00e4chsbereitschaft und loben die beeindruckende Fankultur in Deutschland. Sobald es aber unliebsame Vorf\u00e4lle gibt, wird der Dialog in dem Moment aufgek\u00fcndigt, da er am n\u00f6tigsten ist. Gleichzeitig verteufeln die Verantwortlichen vor laufenden Kameras die Fankultur in immer neuen Superlativen und Vergleichen. Vor lauter Hysterie werden dann v\u00f6llig \u00fcbertriebene Ma\u00dfnahmen ins Spiel gebracht und m\u00f6glichst schnell beschlossen. Die Folgen tragen am Ende vor allem Fans, die mit den jeweiligen Vorf\u00e4llen gar nichts zu tun haben. Wann werden die Verb\u00e4nde und Vereine endlich lernen, mit solchen Situationen professioneller und vor allem konstruktiver umzugehen?\u201c<\/p>\n<p>ProFans fordert die Verantwortlichen aus den Vereinen und Verb\u00e4nden dringlich auf, die schnell ins Spiel gebrachten Ma\u00dfnahmen, sowie die bereits erfolgten Schritte zu \u00fcberdenken. Positive Ver\u00e4nderungen k\u00f6nnen durch die erw\u00e4hnten destruktiven Vorschl\u00e4ge aus Sicht von ProFans nicht erreicht werden.<\/p>\n<p>ProFans, im Februar 2015<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das B\u00fcndnis ProFans reagiert mit Befremden auf die Art und Weise des Umgangs mit den Vorkommnissen des letzten Spieltags. 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