﻿{"id":2312,"date":"2013-05-26T17:50:07","date_gmt":"2013-05-26T16:50:07","guid":{"rendered":"http:\/\/generation-luzifer.de\/?p=2312"},"modified":"2013-05-26T17:51:54","modified_gmt":"2013-05-26T16:51:54","slug":"gemeinsam-gegen-hoffenheim","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.generation-luzifer.de\/?p=2312","title":{"rendered":"Gemeinsam gegen Hoffenheim"},"content":{"rendered":"<p><em>19.10.2007. Der FCK gastiert in der 2. Liga zum ersten Mal in Hoffenheim. Die FCK-Fanszene nutzt dieses Spiel um intensiv gegen das perverse und seelenlose Konstrukt TSG, das damals noch nicht ins besser vermarktbare \u201e1899\u201c umgetauft war, zu protestieren. Heute, rund f\u00fcnfeinhalb Jahre sp\u00e4ter, ist der offene Brief, der kurz nach dem Spiel ver\u00f6ffentlicht wurde, aktueller denn je zuvor.<\/p>\n<p>Der Wahnsinn in Hoffenheim ging weiter. Zig Millionen sind geflossen. Sowohl in Infrastruktur, aber vor allem auch um eine Mannschaft krankhaft in Liga 1 zu halten. Gelder en masse wurden daf\u00fcr verbrannt. Vielleicht ist es gar gelungen sich einige Sympathien zu kaufen &#8211; doch eine Seele und Identit\u00e4t konnten bis heute nicht gekauft werden!<\/p>\n<p>Herr Hopp: Weil es so aktuell ist, die Zeilen von damals noch einmal. Und tun Sie uns ein gefallen: Kommen Sie morgen nicht nach Kaiserslautern!<\/p>\n<p>Ihre Region und Ihre \u201eFans\u201c braucht die 1. Liga nicht. Unsere Region und wir hingegen schon!<\/em><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p><u>Sehr geehrter Herr Hopp,<\/u><\/p>\n<p>gerne m\u00f6chten wir auf Ihre Aussagen eingehen, die sie direkt nach der Zweitligapartie des 10. Spieltags zwischen der TSG Hoffenheim und dem 1.FC Kaiserslautern t\u00e4tigten:<\/p>\n<p> &#8222;Was sich gegen Lautern abgespielt hat, war beispiellos. Es ist kein Zufall, dass diese Dinge nach den Heidel-Aussagen eskaliert sind&#8220; und \u201eHerr Heidel erntet nun das, was er ges\u00e4t hat. Und wir m\u00fcssen es ausstehen.&#8220;<\/p>\n<p>Eines vorweg: Dieser offene Brief soll weder eine Entschuldigung noch eine Rechtfertigung f\u00fcr die Schm\u00e4hges\u00e4nge und den Protest gegen Ihr \u201cModell Hoffenheim\u201c  sein. Ihre \u00c4u\u00dferungen lassen uns vermuten, dass Sie, Herr Hopp, nur geringe Kenntnisse von der Fu\u00dfballszene und ihren Werten und Idealen haben. Daher m\u00f6chten wir Ihnen und allen Interessierten die Gedanken der Fu\u00dfballszene n\u00e4her bringen und verst\u00e4ndlich machen.  <\/p>\n<p>Und, sehr geehrter Herr Hopp, wenn einem vermeintliches Unrecht widerf\u00e4hrt, ist es immer am einfachsten, den Grund bei anderen zu suchen. Wenn Sie, Herr Hopp, sich nun hinstellen und den Medienvertretern in die Notizbl\u00f6cke diktieren, dass Herr Heidel der Verursacher jenes Aufschreis an Protest und Ablehnung sei, den Sie letzten Freitag erfahren haben, dann entspricht dies jedoch keinesfalls der Realit\u00e4t.<br \/>\nSicherlich hat Herr Heidel vollkommen recht, wenn er sagt, es sei schade, dass ein k\u00fcnstlich aufgeblasenes Egoprodukt wie ihr \u201eModell Hoffenheim\u201c einen der 36 Pl\u00e4tze im deutschen Profi-Fu\u00dfball einnimmt. Nicht richtig ist jedoch die Annahme, dass die Proteste durch die Aussagen von Herrn Heidel bedingt waren.<\/p>\n<p>Diese Proteste entstammten viel eher der Seele all jener, f\u00fcr die Fu\u00dfball eine Leidenschaft und eine Liebe ist. All jene, die Woche f\u00fcr Woche, Jahr f\u00fcr Jahr weite Strecken f\u00fcr ihren Verein auf sich nehmen, um ihre Passion auszuleben und dem Fu\u00dfball, wie wir ihn bislang kannten, zu huldigen. F\u00fcr diese Menschen ist Fu\u00dfball Leidenschaft, Emotion und oftmals auch ein fester Bestandteil des Lebens.<br \/>\nDer Fu\u00dfball erf\u00fcllt auch in der heutigen Gesellschaft eine wichtige soziale Funktion und er darf unserer Meinung nach niemals zu einem Spielball von Geld und Prestige mutieren. Er darf nicht zu einer Geldmaschinerie umfunktioniert werden und denen geraubt werden, die ihn zu dem gemacht haben, was er heute ist!<br \/>\n\u00dcber mehr als ein Jahrhundert hat der Fu\u00dfball Geschichten geschrieben, Legenden hervorgebracht und Generationen in seinen Bann gezogen. \u00dcber Jahre und Jahrzehnte haben sich einzigartige Vereine im deutschen Fu\u00dfball entwickelt. Vereine standen im ehrlichen Wettkampf miteinander und Vereinsmitglieder steckten viel Herzblut in ihre jeweiligen Vereine und Fanszenen entwickelten sich.  <\/p>\n<p>Und wie sieht der Fu\u00dfball heute im Jahr 2007 hinter den Kulissen aus?<br \/>\nDer Fu\u00dfball hat sich gewandelt. Das TV schlie\u00dft \u00fcber Zwischenh\u00e4ndler Milliardenvertr\u00e4ge mit der Liga ab, die Preise der Eintrittskarten steigen signifikant. Spiele werden fernseh- statt fangerecht angesetzt. Stehpl\u00e4tze weichen Sitzpl\u00e4tzen. Traditionelle Stadien machen Platz f\u00fcr sterile 08\/15-Arenen. Fans werden mehr und mehr \u00fcberwacht, werden als Sicherheitsrisiko angesehen und kritische \u00c4u\u00dferungen an den allgemeinen Entwicklungen sind unerw\u00fcnscht. Freie Meinungs\u00e4u\u00dferung ist oftmals nicht mehr m\u00f6glich. Der Fan in der Kurve z\u00e4hlt nicht mehr &#8211; wird h\u00f6chstens noch als stimmungsvolles Beiwerk zum Gesamtevent geduldet. Gesch\u00e4ftsleute und VIPs bringen mehr Geld in die Vereinskassen, der Ausgang des Spiels ist ihnen meist vollkommen egal. Traditionelle Stadiennamen werden verkauft und weichen den Namen von gro\u00dfen und v.a. finanzstarken Konzernen. \u00d6lmilliard\u00e4r Abramowitsch bestimmt die Geschicke bei Chelsea London und Energygetr\u00e4nkehersteller Mateschitz \u00e4ndert nach seinem Einstieg in Salzburg gleich mal Vereinsfarben und \u2013namen. Die traditionelle Fanszene wird dort nicht mehr gew\u00fcnscht.<br \/>\nDiese Entwicklungen schmerzen den Fu\u00dfballfans auf der ganzen Welt im Herzen und in der Seele.<\/p>\n<p>Aber dennoch ist all dies nicht vergleichbar mit dem was Sie, Herr Hopp, machen!<\/p>\n<p>Das \u201eModell Hoffenheim\u201c ist ein k\u00fcnstliches Produkt aus Kommerz und Event! W\u00e4hrend gro\u00dfe deutsche Traditionsvereine finanziell und sportlich einen \u00dcberlebenskampf f\u00fchren, beruht der sportliche Erfolg Ihres Heimatvereins einzig und alleine auf Ihren finanziellen Launen.<br \/>\nIhr Verein, Herr Hopp, hat alle Evolutionsstufen eines Traditionsvereins ausgelassen, kann keine Wurzeln im Fu\u00dfballsport vorweisen und tritt alle Werte, die Millionen Fu\u00dfballanh\u00e4nger im tiefsten Herzen tragen, mit F\u00fc\u00dfen. Nicht harte Arbeit hat Ihren Verein nach oben gebracht. Nein, einzig und allein das Geld.<br \/>\nIn Hoffenheim existiert keine Fanszene. Zuschauer kommen angezogen vom erkauften sportlichen Erfolg. Wenn das Vereinsk\u00fcrzel \u201eTSG\u201c f\u00fcr einen Zweitligisten nicht mehr aussagekr\u00e4ftig genug zu sein scheint, wird es halt schnell in 1899 umge\u00e4ndert. Vier Ziffern klingen nach au\u00dfen schlie\u00dflich traditionsreicher und besser als drei Buchstaben.<br \/>\nG\u00e4be es in Deutschland noch mehr G\u00f6nner wie Sie, erf\u00fcllt von der gleichen Wahnsinnsidee, aus dem heimatlichen Dorfverein einen gro\u00dfen Fu\u00dfballverein zu machen, w\u00fcrden innerhalb von wenigen Jahren nicht mehr viele Traditionsvereine \u00fcbrig bleiben und der Reiz und die Faszination des Fu\u00dfballs w\u00fcrden untergehen!<\/p>\n<p>Auch wir Fans wissen um die finanziellen Notwendigkeiten im Fu\u00dfball und den geringen Stellenwert, den wir als Fans aus der Kurve noch einnehmen. Dennoch k\u00e4mpfen wir weiter f\u00fcr einen Fu\u00dfball, in dem Platz ist f\u00fcr Tradition, Emotionen und Leidenschaft. Die Leute, die heute Ihr Stadion in Hoffenheim bev\u00f6lkern, sind Kunden,  die von einer Fanszene, von Traditionen im Fu\u00dfball und Werten genauso wenig Ahnung haben wie Sie. Leute, die aber auch genauso schnell wieder \u201esatt\u201c sein k\u00f6nnen, wenn der FC Bayern zweimal in der Ersten Liga bei ihnen gastiert hat.<\/p>\n<p>Die Proteste vom Freitag beruhen nicht auf den Aussagen eines Herrn Heidels. Die Protestst\u00fcrme vom vergangenen Freitag haben andere, weit tiefere Ursachen. Die \u00dcbernahme Salzburgs durch Red Bull wurde in Stadien auf der ganzen Welt in Spruchb\u00e4ndern und kreativen Fanaktionen verurteilt. Genauso verurteilen alle Fanszenen der deutschen Traditionsvereine Ihr Engagement und Ihr \u201eModell Hoffenheim\u201c. Sie selbst haben mit Ihrer wahnwitzigen Idee, aus einem Dorfclub einen Weltverein zu machen, ges\u00e4t, was Sie jetzt langsam ernten. Aber auch Sie, Herr Hopp, werden begreifen m\u00fcssen, dass man vielleicht Erfolg und Zuschauer kaufen kann \u2013 Tradition, Fans, Leidenschaft, Hingabe, Liebe und Emotionen aber nicht k\u00e4uflich bleiben. Und ohne Emotionen wird wahrer Fu\u00dfball zur Ware Fu\u00dfball.<\/p>\n<p>In Zeiten, in denen Werte in der Gesellschaft immer mehr hinter Geld und Kommerz verkommen, wo alles k\u00e4uflich ist, werden wir auch weiterhin versuchen, unseren Fu\u00dfball zu leben und unseren Verein immer und \u00fcberall zu unterst\u00fctzen und gegen die Perversionen des modernen Fu\u00dfball zu k\u00e4mpfen. Dabei darf Ihre Fu\u00dfballwelt niemals siegen, solange der Fu\u00dfballsport ein solcher bleiben will.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>19.10.2007. Der FCK gastiert in der 2. Liga zum ersten Mal in Hoffenheim. Die FCK-Fanszene nutzt dieses Spiel um intensiv gegen das perverse und seelenlose Konstrukt TSG, das damals noch nicht ins besser vermarktbare \u201e1899\u201c umgetauft war, zu protestieren. 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