﻿{"id":2095,"date":"2013-02-01T17:23:04","date_gmt":"2013-02-01T16:23:04","guid":{"rendered":"http:\/\/generation-luzifer.de\/?p=2095"},"modified":"2013-02-01T17:23:04","modified_gmt":"2013-02-01T16:23:04","slug":"fruhjahr-2012-das-fanprojekt-steht-vor-dem-finanziellem-aus-doch-wo-war-der-aufschrei-der-fanszene","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.generation-luzifer.de\/?p=2095","title":{"rendered":"Fr\u00fchjahr 2012, das Fanprojekt steht vor dem finanziellem Aus. Doch wo war der Aufschrei der Fanszene?"},"content":{"rendered":"<p>Diese Frage stellten wir (Frenetic Youth, Generation Luzifer und Pfalz Inferno) uns seit l\u00e4ngerem, auch weil wir mit der Situation rund um das Fanprojekt schon seit Jahren unzufrieden sind. Leider haben schon mehrmals stattgefundene pers\u00f6nliche Gespr\u00e4che mit den Mitarbeitern daran nichts \u00e4ndern k\u00f6nnen, weshalb wir jetzt den Weg an die \u00d6ffentlichkeit gew\u00e4hlt haben. Auch weil das Thema alle angeht, immerhin werden hier unser aller Steuergelder verwendet.<\/p>\n<p>Unsere Kritikpunkte arbeiteten wir letztendlich in einem vierseitigen Schreiben aus, welches wir Ende letzter Woche den Tr\u00e4gern des Fanprojektes zukommen lie\u00dfen. Die Tr\u00e4ger sind im Einzelnen der Fanprojektbeauftragte der AWO S\u00fcdwest Herr Rodenb\u00fcsch, die DFL in Person von Herrn Schneider, die Stadt Kaiserslautern mit B\u00fcrgermeister Weichel, sowie das Rheinland-Pf\u00e4lzische Ministerium des Innern, f\u00fcr Sport und Infrastruktur in Person von Herrn Fischer.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Bevor wir auf einige kritisierte Punkte eingehen, m\u00f6chten wir klarstellen, dass wir die Arbeit eines Fanprojektes generell f\u00fcr sehr sinnvoll und unterst\u00fctzenswert halten, erst recht in der heutigen Zeit. Allerdings, und da kommen wir direkt zur Kritik, auch nur, wenn die Mitarbeiter etwas f\u00fcr das Geld leisten, welches sie f\u00fcr ihre Anstellung bekommen. So stellten wir uns z. B. die Frage, wo in den letzten beiden Jahren das Budget von ca. 180.000 \u20ac hingeflossen ist. So hoch ist n\u00e4mlich das Budget, welches jedem Fanprojekt eines Erstligisten zur Verf\u00fcgung steht. In Liga 2 liegt dieses bei immerhin noch 90.000 \u20ac pro Jahr, also bei der H\u00e4lfte. Dennoch, selbst bei diesem Betrag r\u00e4tseln wir \u00fcber die Verwendung der Gelder. Au\u00dfer der Aktion \u201ePro Ausbildung&#8220;, an welchem sich das Fanprojekt neben der Arbeitsagentur und dem 1. FC Kaiserslautern beteiligt, sind uns keine gr\u00f6\u00dferen Aktionen bekannt, f\u00fcr die das Fanprojekt Werbung betrieben h\u00e4tte. So fragen wir uns z. B., wieso man es in \u00fcber f\u00fcnf Jahren nicht geschafft hat, einen eigenen Blog einzurichten oder auch nur einen mickrigen E-Mail Verteiler ins Leben zu rufen, um die Fans mit Informationen zu versorgen. Wer von euch hat z. B. vom Ausscheiden von Frau Br\u00e4unig gelesen, wer kennt den Namen der Nachfolgerin? Wer hat schon mal etwas von der Aktion \u201eLernort Stadion\u201c geh\u00f6rt?<\/p>\n<p>An dieser Stelle sei zu erw\u00e4hnen, dass schon des \u00d6fteren Vorschl\u00e4ge aus der Fanszene zu m\u00f6glichen Veranstaltungen kamen. So stand z. B. zumindest offiziell bei einer Vorlesung vom Fanforscher Jonas Gabler der Name des Fanprojektes \u00fcber der Veranstaltung. Die Organisation \u00fcbernahm aufgrund der Passivit\u00e4t der Fanprojektmitarbeiter dennoch die Fanszene in Eigenregie, wohlgemerkt in ihrer Freizeit. Andere Anfragen wurden nicht nur einmal mit dem Argument &#8222;fehlendes Budget&#8220; abgelehnt. Wie schon erw\u00e4hnt ist dies f\u00fcr uns bei der H\u00f6he der Gelder, die dem Fanprojekt zur Verf\u00fcgung stehen, unverst\u00e4ndlich.<\/p>\n<p>Anfragen auf die Nutzung der R\u00e4umlichkeiten wurden regelm\u00e4\u00dfig mit Aussagen wie &#8222;da habe ich leider Urlaub&#8220;, &#8222;um die Uhrzeit&#8220;, &#8222;nach dem Spiel&#8220; oder &#8222;an dem Tag bin ich nicht da&#8220; abgeschmettert. Ein Grund daf\u00fcr, weshalb heute schon gar keine Anfragen mehr erfolgen. Schade eigentlich, denn 2007 sah die Szene in den R\u00e4umlichkeiten des Fanprojektes noch einen gro\u00dfen Vorteil. Anlaufstelle der Fanszene sollten sie werden und das nicht nur am Spieltag. So wurden diese zun\u00e4chst auch in etlichen Arbeitsstunden in Eigenregie eingerichtet. Wer hat in den f\u00fcnf Jahren schon einmal \u00fcber einen Informations- oder Diskussionsabend, eine Filmvorstellung, ein einfaches Kickerturnier oder \u00e4hnliches gelesen, welche bei anderen Fanprojekten auf der Tagesordnung stehen? Wer hat die R\u00e4umlichkeiten schon einmal zum Anfertigen einer eigenen Fahne genutzt, wer von euch war \u00fcberhaupt schon mal in den R\u00e4umlichkeiten des Fanprojektes bzw. sieht diese als eine Anlaufstelle z. B. am Heimspieltag? Richtig, die wenigsten. Und warum? Weil die R\u00e4umlichkeiten eben nicht f\u00fcr die Fanszene zur Verf\u00fcgung stehen. Dabei sollte es doch selbstverst\u00e4ndlich sein, dass diese zumindest an einem Heimspieltag den gesamten Tag ge\u00f6ffnet haben.<\/p>\n<p>Auch das Logo des Fanprojektes stammt aus Reihen der Fanszene. Ein weiteres Zeichen, dass man den Mitarbeitern zu Beginn einen riesigen Kredit zur Verf\u00fcgung stellte, den sie inzwischen aber komplett aufgebraucht haben. Dass sie diesen Kredit direkt zu Beginn erhalten haben, ist, wie wir aus anderen St\u00e4dten wissen, keinesfalls selbstverst\u00e4ndlich, erst recht nicht, wenn diese zuvor im Fanprojekt des Rivalen gearbeitet haben. In unserem Fall war die vorherige Arbeitsstelle das Fanprojekt des SV Waldhof Mannheim.<\/p>\n<p>Zum weiteren Ansehens- und Vertrauensverlust sowie dem Schrumpfen des Kredits trug dar\u00fcber hinaus die Abwesenheit unserer Fanprojektmitarbeiter bei brisanten Spielen wie beispielsweise dem Pokalspiel in Frankfurt oder beim BFC Dynamo Berlin bei. Gerade bei solchen Spielen ist das Fanprojekt gefragt, seiner Aufgabe der Konfliktl\u00f6sung und Vermittlung zwischen Ordnungsdienst, Polizei und Fans nachzugehen.<br \/>\nWie die meisten wissen, hat z. B. der Ordnungsdienst des BFC auch seinen Teil zu den Geschehnissen in Berlin beigetragen. Leider waren bei besagten Spielen beide Fanprojektmitarbeiter in Urlaub, w\u00e4hrend sie dagegen bei vielen v\u00f6llig unbrisanten Spielen die 1.Klasse-Abteile des Sonderzuges bev\u00f6lkerten. Dies spricht erstens nicht gerade daf\u00fcr, dass man sich \u00fcberhaupt mit den Fans besch\u00e4ftigen bzw. den Aufgaben seines Arbeitsplatzes nachgehen m\u00f6chte und zweitens sollte man, wenn die Personalressourcen, wie man annehmen kann, schon gering sind, niemals w\u00e4hrend der Saison beide Mitarbeiter zeitgleich in Urlaub schicken. Ob die Ressourcen wirklich gering sind, steht wiederum auf einem anderen Blatt. Denn auch die Frage, wie denn die allt\u00e4gliche Arbeit der Mitarbeiter aussieht, stellt sich uns und haben wir folglich auch den Tr\u00e4gern gestellt. Viele Anfragen oder Anregungen aus der Fanszene werden unsere Fanprojektmitarbeiter mit Gewissheit kaum zu bearbeiten haben.<\/p>\n<p>Kurz m\u00f6chten wir noch auf den erhaltenen und viel gelobten \u201eJulius Hirsch Preis\u201c eingehen. Auch bei diesem wurde viel Arbeit ehrenamtlich von der Fanszene und von unserem Verein erledigt. Sowohl f\u00fcr Unbeteiligte sichtbar in der \u201eMany Nations\u201c- Aktion der Frenetic Youth, aber auch im Hintergrund und f\u00fcr Au\u00dfenstehende nicht direkt erkennbar wurde viel Zeit in die Vorbereitung und den Ablauf der Informationsveranstaltungen in der Nordtrib\u00fcne investiert. Eigentlich hatten wir uns erhofft, dass die Mitarbeiter des Fanprojektes motiviert werden, wenn sie sehen, dass auch mit wenig Aufwand positive Schlagzeilen geschrieben werden k\u00f6nnen, aber leider blieben diese im festgefahrenem Trott h\u00e4ngen. Das beste Beispiel hierf\u00fcr ist die Absage zur Nutzung der R\u00e4umlichkeiten bei einem der kommenden Heimspiele f\u00fcr ein einfaches Gruppentreffen, da man nach den stressigen Wochen erst mal Urlaub brauche. Stressige Wochen, deren Arbeit zum Gro\u00dfteil sowohl unsere Fanvertreter als auch wir Fans gerne und nat\u00fcrlich in unserer Freizeit, das hei\u00dft ohne jegliches Gehalt, erledigt haben. Generell werden viele Aufgaben des Fanprojektes vom Fanbeauftragten oder den Fanvertretern \u00fcbernommen. Gibt es beispielsweise unn\u00f6tige Probleme mit dem Ordnungsdienst, weil im Voraus genehmigte Fahnen pl\u00f6tzlich drau\u00dfen bleiben sollen, sucht man die Fanprojektmitarbeiter meist vergeblich, w\u00e4hrend die Fanvertreter vor Ort versuchen, die Probleme zu l\u00f6sen.<\/p>\n<p>Dies war ein kurzer Einblick in unser Schreiben an die Tr\u00e4ger. Durch das Schreiben selbst erhoffen wir uns, dass die Arbeit des Fanprojektes genauer unter die Lupe genommen wird und die Mitarbeiter sich nicht mehr auf die faule Haut legen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Wir hoffen, dass Kaiserslautern im sechsten Jahr nach der offiziellen Gr\u00fcndung endlich das Fanprojekt erh\u00e4lt, welches seiner Fanszene w\u00fcrdig ist! Vorbilder gibt es genug &#8211; Hamburg, Darmstadt, Jena &#8211; um ein paar wenige zu nennen. Fanprojekte, deren Mitarbeiter nah an der Basis dran sind und somit ihren Aufgaben nachkommen k\u00f6nnen. Fanprojekte, die diverse Projekte (Beispiel Hamburg Volksparkett: http:\/\/hsv-volksparkett.de\/ ) zusammen mit den Fans angehen und entwickeln. All das vermissen wir hier in Kaiserslautern, schlimmer noch, das Fanprojekt an sich ist hier f\u00fcr die Fanszene schlichtweg aktuell nicht vorhanden. Oder, um es anders auszudr\u00fccken: Die in die Mitarbeiter und R\u00e4umlichkeiten investierten Steuergelder bringen weder Vor- noch Nachteile f\u00fcr die Fanszene und sind somit verschwendete Steuergelder.<\/p>\n<p>Dies wird aus unserer Sicht solange der Fall sein, bis sich die Fanprojektleitung \u00e4ndert. Das Vertrauen von unserer Seite in diese ist inzwischen v\u00f6llig aufgebraucht.<\/p>\n<p>Die intensive Bearbeitung der angesprochenen Themen wurde uns von den Tr\u00e4gern bereits zugesagt, wir sind gespannt!<\/p>\n<p>In diesem Sinne:<br \/>\nPro Fanprojekt<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Diese Frage stellten wir (Frenetic Youth, Generation Luzifer und Pfalz Inferno) uns seit l\u00e4ngerem, auch weil wir mit der Situation rund um das Fanprojekt schon seit Jahren unzufrieden sind. 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