﻿{"id":1158,"date":"2012-04-25T18:19:14","date_gmt":"2012-04-25T17:19:14","guid":{"rendered":"http:\/\/generation-luzifer.de\/?p=1158"},"modified":"2012-04-26T10:53:48","modified_gmt":"2012-04-26T09:53:48","slug":"stellungnahme-zu-den-vorfallen-auf-dem-weg-nach-berlin","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.generation-luzifer.de\/?p=1158","title":{"rendered":"Stellungnahme zu den Vorf\u00e4llen auf dem Weg nach Berlin"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/generation-luzifer.de\/wp-content\/uploads\/2012\/04\/Buskontrolle-Berlin.jpg\" target=\"_blank\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft\" title=\"Vorf\u00e4lle Berlin\" src=\"http:\/\/generation-luzifer.de\/wp-content\/uploads\/2012\/04\/Buskontrolle-Berlin.jpg\" alt=\"\" width=\"375\" height=\"250\" \/><\/a><\/p>\n<p>Mit insgesamt vier Bussen machten sich verschiedene Lautrer Fangruppen auf den Weg nach Berlin. Trotz der sportlich miserablen Lage unseres Vereins und den schon vor dem Spiel sicheren Abstieg in die zweite Fu\u00dfball-Bundesliga war die Vorfreude bei allen gro\u00df, da es die gemeinsame Abschlussfahrt sein sollte. Doch was daraus wurde, wird allen Beteiligten noch lange in Erinnerung bleiben. Zun\u00e4chst m\u00f6chten wir chronologisch den Tag aus unserer Sicht schildern:<\/p>\n<p>Gegen 4:40 Uhr erreichten die Busse die Rastst\u00e4tte Wetterau auf der A5. Dort kam es von wenigen Personen zum Diebstahl in einem Bistro. Wir m\u00f6chten hier herausstellen: Dieses Vorgehen ist zu verurteilen und nicht korrekt, aber obliegt der Eigenverantwortung der Leute.<br \/>\nKurze Zeit sp\u00e4ter erreichte die alarmierte Polizei den Rastplatz und stoppte drei der vier Busse. Der vierte Bus wurde kurze Zeit sp\u00e4ter von der Polizei auf der Autobahn gestoppt und zu einer Polizeiwache gef\u00fchrt. Zun\u00e4chst hie\u00df es, dass alle Insassen kontrolliert werden w\u00fcrden, da in dem Bistro angeblich Gegenst\u00e4nde im Wert von mehreren hundert Euro geklaut wurden. Jedoch wurden alle Busse nach kurzer Zeit mit Polizeibegleitung zur\u00fcck auf die Autobahn gef\u00fchrt und die vier Busse trafen auf einem Parkplatz ca. 40 km hinter Wetterau wieder zusammen.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Die Polizei erkl\u00e4rte nun, dass sie die Busse bis nach Berlin eskortieren w\u00fcrde und zun\u00e4chst kein Parkplatz angefahren werden darf. Erst nach ca. 200 km wurde uns gestattet, auf einen Parkplatz zu fahren. Dass dies insbesondere f\u00fcr die weiblichen Mitreisenden, von denen einige unbedingt ihre Notdurft verrichten mussten, sehr beschwerlich war, muss hier wohl nicht weiter erw\u00e4hnt werden. Hier wurden zum ersten Mal f\u00fcr diesen Tag grundlegende Bed\u00fcrfnisse eines jeden Menschen r\u00fccksichtslos \u00fcbergangen. Eine Rastst\u00e4tte durften wir auf der ganzen Fahrt nach Berlin nicht mehr anfahren.<br \/>\nGegen 13:15 Uhr erreichten die Busse die Stadteinfahrt Berlins. Hier wurde die Autobahn durch die Polizei von 3 Spuren auf eine verengt und die Busse wurden auf einen Parkplatz gelotst. Dort warteten sch\u00e4tzungsweise 150 Polizisten auf uns, ca. 30 Polizeiautos standen bereit.<br \/>\nEiner der Polizisten erkl\u00e4rte den Personen im ersten Bus, dass jetzt jeder Einzelne kontrolliert w\u00fcrde. Bei kooperativem Verhalten w\u00fcrden alle Leute das Spiel noch sehen. Schon zu diesem Zeitpunkt muss der Polizei bewusst gewesen sein, dass dies nicht der Fall sein wird. Nach und nach wurde jeder einzeln aus dem Bus zitiert, musste seinen Personalausweis abgeben, wurde von Kopf bis Fu\u00df sehr penibel durchsucht und schlussendlich fotographiert. Mehrere Personen erstatten Widerspruch gegen das Fotographieren, jedoch wurden diese von den Beamten ignoriert, bzw. es wurde auf Kollegen verwiesen, die einen weiter verwiesen. Auch auf weitere Nachfrage erhielt man von der Polizei keine Auskunft, bei wem man genau Widerspruch einlegen kann. Allgemein wurden Nachfragen entweder gar nicht beantwortet oder sich lediglich dar\u00fcber am\u00fcsiert.<br \/>\nDie Insassen aus den anderen drei Bussen durften ihren Bus w\u00e4hrenddessen nicht verlassen. Da anf\u00e4nglich die Sonne schien, wurde es in den Bussen extrem warm und das Warten somit zu einer k\u00f6rperlichen Belastung. Nachdem die Personen aus dem ersten Bus kontrolliert wurden, wurde der Bus durchsucht. Der Kofferraum wurde hierbei in Augenschein genommen, die Pl\u00e4tze genauestens durchsucht, alle Rucks\u00e4cke, M\u00fcllt\u00fcten und Jacken kontrolliert und selbst das Dach wurde mit Hilfe einer Leiter begutachtet. Die Personen aus dem ersten Bus wurden nach der Kontrolle in einem Polizeikessel festgehalten. Wer urinieren musste, wurde von der Polizei zu einem Waldst\u00fcck begleitet. M\u00f6glichkeiten zum H\u00e4ndewaschen oder sanit\u00e4re Anlagen gab es nicht. Selbst als kurzzeitig ein starker Schauer hereinbrach, gab es f\u00fcr die schon kontrollierten Personen keine Unterstellm\u00f6glichkeiten.<br \/>\nNachdem der erste Bus fertig kontrolliert wurde, wiederholte sich die gesamte Prozedur beim zweiten Bus. Die Insassen aus dem ersten Bus wurden nun gebeten an ihren Bus zu gehen. Angeblich h\u00e4tten die Insassen sogar ans Stadion fahren d\u00fcrfen. Dies kam allerdings nicht in Frage. Wir sind gemeinsam bis nach Berlin gefahren und fahren wenn dann auch gemeinsam ans Stadion. Dieses solidarische Verhalten wurde im Folgenden in spitzen Bemerkungen einzelner Beamter immer wieder ins L\u00e4cherliche gezogen. Insgesamt dauerte die Polizeikontrolle \u00fcber drei Stunden. Viele Polizisten machten sich einen Spa\u00df daraus, die Fans auszulachen, provozierten die Fans und warteten nur darauf, dass einer Widerstand leistet. Mehreren Fans wurden Nachfragen mit Aussagen wie \u201eIch schlag Dir gleich die Z\u00e4hne aus\u201c, begegnet.<br \/>\nErst gegen 16:45 Uhr waren alle Busse kontrolliert und man wurde an das Stadion eskortiert. Warum auf freier Fahrbahn mit Tempolimit 50 km\/h maximal 30 gefahren wurde, empfanden wir als weitere bewusste Schikane. Als gegen 17:05 Uhr das Stadion erreicht wurde beeilte sich der Gro\u00dfteil, um wenigstens noch die letzten Minuten vom Spiel zu sehen. Am Blockeingang war der Ordnungsdienst mit dem Eintreffen einer solchen Masse sichtlich \u00fcberfordert. An manchen Eing\u00e4ngen lie\u00dfen die Ordner die Insassen, welche alle im Besitz von g\u00fcltigen Karten waren direkt passieren, an anderen Stellen nicht. So entstand eine angespannte Situation, die in einem Polizeieinsatz und mit mehreren Verhafteten endete. W\u00e4hrend einige Fans auf die Verhafteten warteten, zog der Gro\u00dfteil weiter gen G\u00e4steblock, wo tats\u00e4chlich erneut die Karten kontrolliert wurden und sich hinter den Ordnern bereits martialisch eine behelmte Polizeieinheit postierte.<br \/>\nUnter dem Jubel des G\u00e4steblockes ging es die letzten Minuten hinein um zu zeigen, dass man sich trotz solcher Ma\u00dfnahmen und Schikane nicht das nehmen l\u00e4sst, wof\u00fcr man lebt: Den Fu\u00dfball und den 1. FC Kaiserslautern e.V.<br \/>\nNach dem Spiel mussten wir noch \u00fcber zwei Stunden auf den letzten Verhafteten warten, bis dieser die Stadionwache verlassen durfte. Auch auf dem R\u00fcckweg blieb die Polizei nicht fern und kontaktierte mehrfach die Busfahrer. Als man N\u00e4he Braunschweig auf einen Rastplatz kam, wurden die Busse von 25 Polizisten in Empfang genommen. Was diese dort eigentlich genau f\u00fcr einen Auftrag hatten, wussten sie selber nicht. Gegen 5:30 Uhr morgens, nach maximal drei Minuten gesehener Spielzeit, erreichten die Busse Kaiserslautern.<\/p>\n<p>So weit die chronologischen Ereignisse des Tages. F\u00fcr uns werfen sich nun mehrere Fragen auf:<\/p>\n<p><strong>Was wurde angeblich geklaut und was wurde bei der Polizeikontrolle gefunden? Rechtfertigt dies einen solchen Polizeieinsatz?<\/strong><\/p>\n<p>Auf die ersten beiden Fragen k\u00f6nnen wir nat\u00fcrlich keine endg\u00fcltigen Antworten geben. Allerdings scheint es nichts derart schwerwiegendes gewesen zu sein, dass den Bussen die Weiterfahrt untersagt worden w\u00e4re oder dass ein Insasse gar festgenommen worden w\u00e4re. Zudem gilt es zu betonen, dass es sich laut unseren Informationen bei dem Diebstahl um Waren in geringem Wert handelt, was das Delikt an sich nicht rechtfertigen soll. Wir halten die Aussage \u201eim Wert von mehreren hundert Euro\u201c allerdings f\u00fcr zweifelhaft. Damit soll auch nicht das Verhalten einzelner gedeckt werden. Wir m\u00f6chten aber deutlich die Frage nach Aufwand und Ertrag stellen. Danach, ob ein solcher Polizeieinsatz mit den damit verbundenen Kosten und Aufwand im Verh\u00e4ltnis zu dem steht, was letztendlich wirklich passiert ist. Bei Betrachtung der Kosten, die f\u00fcr ca. 150 Beamten allein w\u00e4hrend der Kontrolle anfallen, und dem Hinzurechnen von noch weiteren Kosten wie beispielsweise f\u00fcr die Fahrzeuge oder die Verpflegung, kommt man ganz schnell auf einen Betrag und Aufwand, der zweifelsfrei den Wert dessen ganz weit \u00fcberschreitet, was laut Polizei angeblich entwendet wurde. Zieht die Polizei immer ein solches Aufgebot zusammen und schr\u00e4nkt derart unver\u00e4u\u00dferliche Grundrechte ein, wenn irgendwo eine handvoll Jugendliche einen Diebstahl von wenigen Euro begeht?<\/p>\n<p><strong>Welche Handlungsalternativen h\u00e4tte es gegeben?<\/strong><\/p>\n<p>Drei von vier Bussen wurden noch direkt auf dem Parkplatz gestoppt, der Vierte kurze Zeit sp\u00e4ter auf der Autobahn, von wo aus der Bus direkt zu einem Polizeirevier geleitet wurde. Insofern schon hier das dringende Verlangen der Polizei bestand, wenige einzelne Leute, die ihrer Meinung nach in einem oder in mehreren der vier Busse unterwegs waren herausfiltern zu wollen, h\u00e4tten die Ma\u00dfnahmen direkt vor Ort durchgef\u00fchrt werden m\u00fcssen. Dadurch h\u00e4tten wir auch im Anschlu\u00df auf weitere Pausen auf der Reise nach Berlin verzichten k\u00f6nnen, bzw. die Weiterreise gar nicht mehr antreten m\u00fcssen, wodurch auch Kosten und Zeitaufwand h\u00e4tten gesenkt werden k\u00f6nnen<\/p>\n<p>Ebenso ist es g\u00e4ngige Praxis in deutschen Stadien, verd\u00e4chtige Personen am Stadionausgang herauszuziehen. Auch dies h\u00e4tte durch Auswertung des Videomaterial geschehen k\u00f6nnen, ohne dass alle Businsassen kollektiv unter den Ma\u00dfnahmen leiden h\u00e4tten m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Durch die Anwesenheit eines Lautrer Zivilbeamten w\u00e4hrend der gesamten Kontrolle war klar, dass auch die Lautrer Polizei \u00fcber den Vorfall informiert ist. Der Job der Beamten ist es, sich mit der Szene n\u00e4her auseinanderzusetzen. Viele Personen sind ihnen, auch namentlich, bekannt. Der einfachste, unb\u00fcrokratischste und f\u00fcr alle Beteiligten reibungsloseste Weg w\u00e4re es gewesen, das Videomaterial an diese zu \u00fcbergeben und Ihnen die Auswertung zu \u00fcberlassen. Es sind nur Mutma\u00dfungen, die wir \u00fcber die wahren Gr\u00fcnde dieser \u00fcbertriebenen Ma\u00dfnahme anstellen k\u00f6nnen. Ging das Ganze, auch wenn dies auf Nachfrage verneint wurde, vom anwesenden Lautrer Zivilbeamten aus, so dass er auf einen Schlag viele neue Personalien verbuchen kann?<\/p>\n<p>Wie wir aufgezeigt haben gibt es in unseren Augen M\u00f6glichkeiten, diese Angelegenheit einfacher, unb\u00fcrokratischer und in letzter Konsequenz kosteng\u00fcnstiger f\u00fcr den Steuerzahler zu regeln. Wir wissen allerdings nicht, ob dies \u00fcberhaupt gewollt worden ist.<\/p>\n<p><strong>Wieso fand die Polizeikontrolle erst kurz vor Berlin statt?<\/strong><\/p>\n<p>Nachdem wir eben alternative Handlunsgm\u00f6glichkeiten der Polizei aufgezeigt haben, stellt sich nat\u00fcrlich ganz klar die Frage, wieso die Polizeikontrolle erst 8 Stunden und 530 km sp\u00e4ter, n\u00e4mlich kurz vor Berlin, stattfand?<\/p>\n<p>Die Dauer der Ma\u00dfnahme war f\u00fcr die Polizei abzusch\u00e4tzen, da man wusste, wie viele Insassen in den Bussen sa\u00dfen und wie viel Einsatzkr\u00e4fte zur Verf\u00fcgung standen. Es stellt sich hier also die Frage, wieso man die Busse von Wetterau bis nach Berlin fahren l\u00e4sst, obwohl man doch ziemlich sicher wusste, dass die Businsassen das Spiel nicht mehr sehen w\u00fcrden. Ein weiteres Indiz f\u00fcr gezielte Schikane.<\/p>\n<p>Auch stellt sich uns die Frage, wieso die Kontrollen nicht beschleunigt wurden. Die Durchsuchung der Busse wurde lediglich von vier Beamten durchgef\u00fchrt, auch die Durchsuchungen der einzelnen Personen wurden sehr langsam durchgef\u00fchrt. Viele der zur Verf\u00fcgung gestanden Einsatzkr\u00e4fte machten schlichtweg gar nichts.<\/p>\n<p>F\u00fcr uns lassen diese Frage einen einzigen Schluss zu: Die Polizei wollte absichtlich verhindern, dass mehr als 200 Fans das Spiel sehen!<\/p>\n<p><strong>Konsequenzen<\/strong><\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich werden wir mit Hilfe von juristischen Beistand die ganze Angelegenheit \u00fcberpr\u00fcfen lassen. Unter dem Strich bleibt f\u00fcr uns die n\u00fcchterne Erkenntnis, dass das bei vielen sowieso irreparabel gesch\u00e4digte Verh\u00e4ltnis zur Polizei durch diesen Vorfall weiter versch\u00e4rft wurde. Dieser Tag wird das Verhalten gegen\u00fcber der Polizei in der nahen Zukunft ma\u00dfgeblich beeinflussen. Viele, gerade jugendliche Fans, erlebten zum ersten Mal hautnah eine solche Ma\u00dfnahme, deren Ausma\u00df selbst Mitglieder der ersten Stunde in \u00fcber zehn Jahren nicht erlebt haben. Was dies gerade in Jugendlichen ausl\u00f6st sind Fragen, die sich die Polizei gar nicht erst stellt. Dabei ist sie genau darauf angewiesen: Auf das Vertrauen der Menschen aller Generationen.<br \/>\nDie angefallen Kosten, z.B. durch das angedachte und aufgrund der Ma\u00dfnahmen abgesagte gemeinsame Grillen, als auch die Reisekosten f\u00fcr v.a. die j\u00fcngere Generation sind im Vergleich zu den Auswirkungen auf das eigene Rechtsempfinden, zwar nicht zu vernachl\u00e4ssigen, aber spielen eine eher sekund\u00e4re Rolle.<\/p>\n<p>Wir empfinden die durchgef\u00fchrte Ma\u00dfnahme von Seiten der Polizei als reine Provokation und Schikane und behalten uns alle weiteren juristischen Schritte offen.<\/p>\n<p>Gegen alle Kollektivstrafen,Vorverurteilungen und eine totale \u00dcberwachung!<\/p>\n<p>Generation Luzifer 1998<br \/>\nDevil Corps<br \/>\nPfalz Inferno<br \/>\nFrenetic Youth<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit insgesamt vier Bussen machten sich verschiedene Lautrer Fangruppen auf den Weg nach Berlin. 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